21 Mai 2017
14:14 - 15:15
Großer Saal

Der Wolf – Bürde oder Zugpferd für die Region? 16 Jahre Erfahrungen in Sachsen

Nachdem die Wölfe Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland ausgerottet worden waren, gelang es einem aus Polen zugewanderten Wolfspaar im Jahr 2000 auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz in Sachsen erstmals wieder Welpen in Deutschland aufzuziehen. Mittlerweile leben wieder über 60 Wolfsrudel bzw. –paare in Deutschland. In Sachsen wurden im letzten Monitoringjahr (2015/2016) insgesamt 15 Wolfsrudel, 3 Paare und ein sesshaftes Einzeltier bestätigt.

In Folge der wachsenden Wolfspopulation und den damit einhergehenden Herausforderungen erarbeitete das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) einen „Managementplan für den Wolf in Sachsen“, der am 27.05.2009 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Das Wolfsmanagement dient in erster Linie nicht dazu, die Lebensbedingungen der Wölfe in Sachsen zu verbessern. Vielmehr soll das Wolfsmanagement ein konfliktarmes Nebeneinander von Wolf und Mensch ermöglichen.

Das Sächsische Wolfsmanagement umfasst als wichtigste Aufgabenbereiche, das Monitoring, den Herdenschutz und die Öffentlichkeitsarbeit. Die Strukturen des Wolfsmanagements etablierten sich im Laufe der Jahre. Mittlerweile gibt es für alle drei Bereiche sogenannte Kernkompetenzen, die zentral für den jeweiligen Bereich zuständig sind. Unterstützt werden sie in allen Bereichen von den geschulten Mitarbeitern der Landratsämter der Landkreise und Kreisfreien Städte, sowie von ehrenamtlich geschulten Personen aus den Bereichen Naturschutz, Forst und Jagd.

Das Wolfsmanagement in Sachsen ist prinzipiell sehr gut aufgestellt, vor allem weil alle drei wichtigen Bereiche (Monitoring, Herdenschutz, Öffentlichkeitsarbeit) durch hauptamtliche Mitarbeiter abgedeckt sind. Gleichzeitig ermöglicht die Einbeziehung der Landratsämter, sowie ehrenamtlich tätigen Personen, die Präsenz in der Fläche. Wichtig ist dabei auch ein ständiger, fachlicher Austausch zwischen allen Bereichen.

Neben einem gezielten, aktiven Monitoring, welches sich aus unterschiedlichen Methoden zusammensetzt, ist besonders die aktive Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit zu dem Thema sehr wichtig. Denn für die Akzeptanz des Wolfes ist besonders die sachliche Aufklärung über das Tier wichtig. Besonders in den Bereichen, wo Wölfe neu einwandern. Mit der Zeit wird die Anwesenheit des Wolfes mehr zur „Normalität“ für die Bürger. Außerdem kann ein sanfter Wolfstourismus zu positiven Effekten auf das Gast- und Übernachtungsgewerbe in der Region führen. Dies kann wiederum positiv auf die Akzeptanz des Wolfes wirken.